Müden (Örtze)

Hermann Löns und Richard Linde, zwei populäre Kenner der Heide, behaupteten schon um die Jahrhundertwende, Müden (Örtze), heute ein staatlich anerkannter Erholungsort mit rund 2.200 Einwohnern, sei eines der schönsten Dörfer in der Lüneburger Heide.

Darum übte dieses Heidedorf wohl auch eine besondere Anziehungskraft auf Schriftsteller und Künstler aus. So fühlten sich auch Dietrich Speckmann, Felicitas Rose und der Maler Fritz Flebbe von Müden angezogen.

In der Dorfmitte erhebt sich auf einer kleinen Anhöhe die alte Kirche mit dem für die Heide typischen freistehenden hölzernen Glockenturm. Sie wurde als Laurentius-Kapelle im Jahre 1217 erbaut und nach 1444 im frühgotischen Stil umgebaut. Sehenswert ist das kunstgeschichtlich wertvolle bronzene Taufbecken. Zu beiden Seiten der alten Dorfstraße liegen unter mächtigen Eichen weiträumige Bauernhöfe, meist in Fachwerk, die, wie in Poitzen und Schmarbeck, auch charakteristisches Merkmal alter Niedersachsendörfer sind.

In Müden (Örtze) hat sich nach dem Kriege ein steter Strukturwandel vollzogen. Aus dem Bauerndorf mit etwa 20 landwirtschaftlichen Betrieben hat sich allmählich ein auf den Fremdenverkehr ausgerichteter Ort entwickelt. Jetzt sind nur noch zwei Hofstellen in Betrieb. Dagegen verfügt Müden über zahlreiche Handwerksbetriebe.

Ein reges Vereinsleben ist auch nach dem Zusammenschluß mit Faßberg Kennzeichen eigenständigen Denkens und Handelns sowie ein Bewahren von Tradition und Individualität.