Pressemitteilung zum Umzug der Lerchenschule

21.12.2018

Am 12.12.2018 fand gemeinsam mit Vertretern der beiden Gruppen des Faßberger Gemeinderates ein Pressegespräch zum Thema Umzug der Lerchenschule statt. In diesem Gespräch wurde von den laufenden Planungen zur Unterbringung der Fachschule der Luftwaffe in den Räumlichkeiten der Lerchenschule und dem daraus folgenden Umzug der Grundschule Faßberg in neue Räume berichtet. Anwesend waren neben Bürgermeister Frank Bröhl die stellvertretende Vorsitzende der SPD/WGF/B90-Gruppe, Angelika Cremer, und der Vorsitzende der CDU/FDP-Gruppe, Volker Nickel. Die Sprecher beider Ratsgruppen zeigten sich zufrieden darüber, dass die Fachschule der Luftwaffe aller Voraussicht nach im Ort verbleibe. Weiterhin äußerte Frau Cremer in diesem Gespräch, dass ein Umzug der Grundschule Müden in keiner Weise angedacht sei.

In den Sitzungen des Ausschusses für Schule, Soziales und Gemeinwesen am 25.10. sowie des Rates am 29.11.2018 wurden die dazu gefassten Beschlüsse aus nichtöffentlichen Sitzungen bekanntgegeben:

Am 30.08.2018 hat der Verwaltungsausschuss der Gemeinde Faßberg als zuständiges Gremium die Verwaltung beauftragt, die Lerchenschule an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben zu vermieten. Dieser Beschluss wurde vorbehaltlich einer Finanzierbarkeitsprüfung für die Herstellung eines alternativen Schulstandortes gefasst.

In der gleichen Sitzung wurde außerdem beschlossen, einen Schulbauberater, der bei der Erstellung des Raumkonzeptes unterstützen solle sowie ein Architekturbüro mit den baulichen Planungen zu beauftragen. Sowohl die Auswahl einer Schulbauberatung, als auch eines Architekturbüros ist mittlerweile geschehen. Während das Architekturbüro zunächst grobe Kostenschätzungen zu den vier möglichen Formen des Um- bzw. Neubaus erstellt, soll im ersten Halbjahr 2019 die Raumkonzeption abgeschlossen werden. Diese soll die Grundlage für eine detaillierte Kostenschätzung durch das Architekturbüro bilden. In den Vorgesprächen mit den Architekten wurden von dort keine Bedenken gegen die von der Verwaltung angestellten Kostenschätzungen mitgeteilt.

Zur abschließenden Beurteilung, ob ein Um- oder gar Neubau einer Grundschule finanzierbar ist, war es zunächst natürlich notwendig, einen Mietpreis für die Lerchenschule mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben auszuhandeln. Um die zu erwartenden Mietzahlungen jedoch auch unmittelbar zur Finanzierung der Baumaßnahmen für die neuen Grundschulräumlichkeiten nutzen zu können, bedarf es der Zustimmung der Aufsichtsbehörden, weshalb auch zu diesem Thema bereits erste Gespräche mit den Aufsichtsbehörden des Landkreises Celle geführt wurden.

Die insgesamt zur Verfügung stehenden Mittel können durch Förderprogramme und möglicherweise Kredite aus der Kreisschulbaukasse ergänzt werden. Nach Abschluss aller Planungsmaßnahmen des Architekturbüros wird bewertet, ob die Herstellung neuer Räumlichkeiten für die Grundschule Faßberg finanzierbar ist und wenn ja, in welchem Umfang.

In der Sitzung des Gemeinderates am 27.09.2018 wurde die Verwaltung außerdem beauftragt, nach Erarbeitung eines pädagogischen Konzeptes und nach Vorlage desselben im Rat mit dem Landkreis in Verhandlungen zum Erwerb des Grundstückes und Gebäudes „Schule im Marktweg“ zu treten. Dazu wurden bislang erste Vorgespräche über mögliche Formen der Eigentumsübertragung geführt. Die abschließende Zuständigkeit für den Beschluss zur Veräußerung liegt dabei ohnehin beim Kreistag des Landkreises Celle.

Dass die genannten Projekte mitunter parallel abgearbeitet werden, ist zum Einen bei so großen Maßnahmen üblich, zum Anderen für eine zügige Planung sowohl für die Gemeinde, als auch die Bundeswehr unausweichlich. Andernfalls wäre es nicht möglich, zeitnah einen Mietvertrag mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben schließen zu können. Die evtl. anfallenden Kosten für notwendige Anpassungen am Schulgebäude im Lerchenweg zur Nutzung als Erwachsenenbildungsstätte liegen üblicherweise auf Seiten des Mieters. Die Turnhalle und das Lehrschwimmbecken der Lerchenschule werden weiterhin im Eigentum und Besitz der Gemeinde Faßberg verbleiben und der Grundschule Faßberg unverändert zur Nutzung bereitgestellt.

Die Grundschule in Müden bleibt unabhängig davon bestehen, sofern die Schülerzahl dort nicht unter ein kritisches Niveau fällt. Das ist bei der konstanten Geburtenrate in unserer Gemeinde nicht zu befürchten. In Anbetracht der gültigen Kooperationsvereinbarungen zur deutsch-französischen Grundschule besteht die gewachsene schulische Struktur in der Gemeinde Faßberg also auch vollumfänglich fort.

Durch die Nutzung des Schulstandortes im Marktweg würde nicht nur die Grundschule umziehen, sondern wir hätten in Faßberg gleichzeitig eine Kinder- und eine Erwachsenenbildungsstätte. Dadurch wird einerseits Leerstand verringert, andererseits führt es zu mehr Durchgangspublikum und auch mehr Bewegung im Marktweg. Das wäre eine große Chance, die dortige Ladenstraße zu beleben. Diese Ansicht wird gestützt durch die Erkenntnisse von Projektarbeiten einer Studentengruppe der Goethe Universität Frankfurt am Main, welche im März in Faßberg präsentiert werden sollen.

Das sind sehr komplexe Zusammenhänge. Wiegen wir die Vorteile gegen die Nachteile ab, können unsere schulpflichtigen Kinder in ein modernes schulisches Zuhause ziehen. Die Lehrer der Grundschule können eine neue moderne Grundschule mit pädagogischen Mitarbeitern, Eltern und Kindern im angemessenen Rahmen mitgestalten. Die Gemeinde verliert nicht 500 Soldaten auf Dauer. Das wiederum führt wohl dazu, dass es keine der jetzt absehbaren Einbußen bei unserer Infrastruktur wie Einkaufsmärkten, Gaststätten, Friseuren als auch im Wohnungsmarkt, etc. geben wird. Wir können so auch den Leerständen von Großimmobilien in der Gemeinde entgegenwirken und sie sogar beseitigen. Denn jetzt stehen die Lerchenschule zu zwei Dritteln leer und die Schule im Marktweg völlig. Die laufenden Kosten für die Gemeinde würden sich dadurch außerdem deutlich verringern.

Eine echte Chance und eigentlich positive Nachrichten …


Gemeinde Faßberg