READY FOR TAKE OFF in 2019. Rückkehr der Rosinen- und Kohlebomber Faßberger Luftbrückenausstellung im Spandauer Rathaus eröffnet

Gemeinsame Presseinformation der Bürgermeister Helmut Kleebank von Spandau und Frank Bröhl von Faßberg vom 24. Januar 2018

28.01.2018

Foto Quelle Bezirksamt Spandau - Bildunterschrift: Ready for take off. Die Bürgermeister Helmut Kleebank und Frank Bröhl von Spandau und Faßberg gemeinsam mit den Repräsentanten der beiden Luftbrückenpfeiler: V.l.n.r.: Oberstabsfeldwebel Paul Hicks, Oberst Georg von Harling, Kommandeur des Technischen Ausbildungszentrums der Luftwaffe und Standortältester des Fliegerhorsts Faßberg, Bürgermeister der Gemeinde Faßberg Frank Bröhl, Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank, Frau Dr. Doris Müller-Toovey, Wissenschaftliche Leiterin am Militärhistorischen Museum Flugplatz Berlin-Gatow, Thomas Keller und Jörg Siebert vom Organisationsteam „Berlin Airlift 70”, sowie Hauptmann Martin Sagehorn.

Faßberg/ Spandau, 24. Januar. „Was Faßberg und Spandau zueinander sind, wurden wir nicht durch Verträge, sondern durch eine humanitäre, logistische und fliegerische Meisterleistung in einer Zeit der Extreme und Superlativen. Die Berlin-Blockade machte aus Feinden Freunde. Faßberg stellte mit 539.112 Tonnen Berlins Kohleversorgung sicher. Dort gab es bis zu 450 Starts und Landungen täglich; hier wurde Gatow zum belebtesten Flugplatz der Welt”, erinnerte Spandaus Bürgermeister Helmut Kleebank anlässlich der Eröffnung der Faßberger Ausstellung des Fördervereins für die Erinnerungsstätte Luftbrücke Berlin e. V. im Rathaus Spandau.

Zum Auftakt des 70. Luftbrückenjubiläums 2018 und 2019 begrüßten er und die Bezirksverordneten von Spandau den Faßberger Bürgermeister Frank Bröhl und Oberst Georg von Harling, Kommandeur des Technischen Ausbildungszentrums der Luftwaffe und Standortältester des Fliegerhorsts Faßberg „Wäre nicht immer nur von den Rosinen-, sondern auch von Kohlebombern die Rede gewesen, hätten wir Faßberg schon viel früher wiederentdeckt. Heute bin ich sehr froh, dass in Faßberg vieles bewahrt wurde, was den Berlinern in der Nachkriegszeit das Überleben ermöglichte. Ich danke Ihnen für diese Ausstellung!”, so Kleebank.

 

Prägend für Faßberg sind heute das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Ariane Group GmbH, das Technische Ausbildungszentrum der Luftwaffe und das Transporthubschrauberregiment 10 „Lüneburger Heide”, das Luftbrücken in der Gegenwart ermöglicht, sowie die Deutsch-Französische Ausbildungseinrichtung Eurocopter Tiger und die Fachschule der Luftwaffe. Zu Hightech in der Heide gibt es regelmäßige „Blicke hinter die Kulissen” für angemeldete Besuchergruppen.

 

Bürgermeister Frank Bröhl: „Natürlich freuen wir uns auch über jeden zusätzlichen Touristen vor dem Kasernentor im ganzjährig geöffneten Kulturraum Lüneburger Heide mit seiner farbenprächtigen Flora und landluftigen Fauna”. Die Idee für die neuen Beziehungen des großen Spandau zur 7.000-Einwohner-Gemeinde in der Heide ging vom Kuratorium „Faßberg: Miltärluftfahrt, Weltraum und Heide”, aus. „Wir sind eine mutige Gemeinde”, so Bröhl. „Beim AerospaceDay 2013 hatten wir 25.000, beim Tag der Bundeswehr 2017 sogar 30.000 Besucher. Faßberg erwartet im Juni 2019 zum Tag der Bundeswehr noch mehr Gäste, wenn mehrere Dutzend DC-3-Maschinen und 250 Piloten aus aller Welt eine wieder erlebbare Luftbrücke zum Anfassen präsentieren wollen. Thomas Keller vom Organisationsteam „Berlin Airlift 70” bekräftigte die Zusagen von bislang 31 lizensierten DC-3 aus den USA und Australien.

 

An den Flugplatz Berlin-Gatow mit den meisten Flugbewegungen während der Luftbrücke Berlin erinnerte Frau Dr. Doris Müller-Toovey, Wissenschaftliche Leiterin am Militärhistorischen Museum dort. In Spitzenzeiten landeten alle 35 Sekunden die Maschinen zur Versorgung der drei Westsektoren Berlins. Täglich kamen fast 1.000 Tonnen Güter an. 800 deutsche Arbeiter halfen bei der Entladung, die so in der Nachkriegszeit wenigstens ein wenig Geld verdienen konnten.

 

Oberst Georg von Harling machte deutlich, dass der 70. Gedenktag das wohl letzte Jubiläum sein werde, an dem auch Veteranen von US und Royal Air Force sowie deutsche Zeitzeugen teilnehmen können. „Darum wollen und werden wir uns in besonderem Maße kümmern, das Jubiläum feiern, den Spirit of the Airlift wachhalten, den Veteranen und allen Beteiligten von Herzen danken”, so der Standortälteste. „Wir wollen aber auch die Aktualität aufzeigen. Millionen von Menschen brauchen Luftbrücken und unsere jungen Pilotinnen und Piloten fliegen sie. Der Aspekt der Völkerverständigung ist ebenso wichtig. Im Rahmen der Schulpartnerschaft, die jetzt zwischen Faßberg und Spandau beginnt, wollen sich junge Menschen in Kontexte darüber vertiefen, wie aus Feinden Freunde wurden. Sie wollen sich Fragen stellen: Wie komme ich eigentlich dazu, jemandem zu helfen? Was hat die Piloten damals, jenseits aller Befehle, motiviert, die Brücke zu fliegen. Was hat die Arbeiter in Faßberg motiviert, die Flugzeuge zu beladen, was die in Gatow, die Kohle auszuladen? Auch diese Fragen sollen in den kommenden zwei Jahren diskutiert und beantwortet werden. Unsere Luftbrückenausstellung will dazu einen Beitrag leisten”, wünschte sich der Oberst.

 

Bürgermeister Helmut Kleebank abschließend: „Das, was Spandau und Faßberg zueinander sind, wurden wir nicht durch Verträge. Die Perspektiven unserer Freundschaft jedoch werden wir im Februar 2018 vereinbaren. So wollen es unsere politischen Gremien und so wollen es beide Bürgermeister.”

 

Die Ausstellung des Luftbrückenmuseums Faßberg dokumentiert mit ausgewählten Exponaten, Bildern und Karten die Leistung der United States Air Force (USAF) und der Royal Air Force (RAF) in Faßberg und deren Zusammenarbeit mit den deutschen Arbeitern der German Civil Labour Organisation (GCLO), die für die Kohleverladung eingesetzt wurden. Sie stellt die Eckpfeiler der Infrastruktur zur damaligen Zeit am Standort Faßberg dar (Unterkunftslager, Flugfeld, Luftfahrzeuge) und zeigt auszugsweise, welche Güter (Kohle, Lebensmittel) in das eingeschlossene Berlin geflogen wurden. Die Ausstellung aus der Faßberger Perspektive der Luftbrücke Berlin ist bis zum 20.02.2018 zu den Öffnungszeiten des Spandauer Rathauses stets zugänglich; der Eintritt ist frei.

Pressekontakte:

  • Nicola Haverland-Hirsch, Büro des Bezirksbürgermeisters, Tel.: Tel.: 030 - 90279 2301,E-Mail: n.haverland@ba-spandau.berlin.de
  • Oberstabsfeldwebel Paul Hicks, 1. Vorsitzender des Fördervereins für die Erinnerungsstätte Luftbrücke Berlin e. V. und Presseoffizier des Technischen Ausbildungszentrums der Luftwaffe, Fliegerhorst Faßberg, Tel.: 05055 – 172 0115, E-Mail: tausbzlwpresse@bundeswehr.org