Wie Berlin an Kohle kam

Faßbergs Bürgermeister kündigt drei Tonnen Heidekartoffeln für Berliner Tafel an

16.05.2019

Bildunterschrift (Foto: urbanPR): 70. Luftbrückenjubiläum mit „satter” Landung. Am Faßberg-Stand beim Luftbrückenfest (v. l. n. r.): Jana Heins von der Wirtschaftsförderung Faßberg und Bürgermeister Frank Bröhl (CDU) kündigen dem Regierenden Bürgermeister von Berlin Michael Müller (SPD), Spandaus Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD) und der Bezirksverordnetenvorsteherin Gaby Schiller (SPD) drei Tonnen guter Heidekartoffeln für die Berliner Tafel an. Bauer Tewes (rechts) sorgte für einen Vorgeschmack.

Gemeinsame Presseinformation vom 12. Mai 2019 der Bürgermeister Helmut Kleebank und Frank Bröhl aus Spandau und Faßberg

Berlin/ Spandau/ Faßberg, 12. Mai. „Offiziell endete die Berlin-Blockade am 12. Mai 1949. Doch noch bis zum 27. August 1949 wurden in Faßberg in der Lüneburger Heide Kohlen für Berlin geschippt”, so Bürgermeister Frank Bröhl (CDU) beim Berliner Jubiläumsfest auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hatte den Bürgermeister vom einstigen Startplatz der Kohleflieger eingeladen. „Es ist eine beeindruckende Geschichte, die wir ins Bewusstsein der Berliner zurückholen und dabei gleichermaßen gedenken, informieren und feiern”, so Müller. Mit der Landung des letzten Kohlefliegers, einer Douglas DC-3 aus Faßberg, auf dem Flughafen Gatow endete die Berliner Luftbrücke von Royal- und US Air Force, eine humanitäre, logistische und fliegerische Meisterleistung. Vom 25. Juni 1948 bis zum 27. August 1949 wurden allein aus Faßberg 539.112 Tonnen Kohle nach Gatow geflogen, mehr als ein Drittel von insgesamt 1.438.500 Tonnen nach Berlin eingeflogener Kohle, die insbesondere für die Energieversorgung notwendig war. „Deshalb sind wir alte Partner”, so Spandaus Bürgermeister Helmut Kleebank (SPD): „Wir haben unsere Beziehungen 2014 wiederentdeckt und seitdem immer mehr intensiviert, zuletzt mit Schulpartnerschaften zwischen beiden Luftbrückenpfeilern und Zeitzeugen-Filmprojekten der Kinder von heute mit den Kindern der Luftbrücke von damals”.

Neben Kohle kamen auch Zucker, Konserven, Fett, Mehl, Schokolade, Eipulver, Trockenmilch und Trockenkartoffeln nach Berlin, das über genug Wasser zur Verflüssigung verfügte. Wenn am 15. Juni 2019 zum Tag der Bundeswehr auf dem Fliegerhorst Faßberg die Bürgermeister Bröhl und Kleebank, Landwirt Frank Tewes sowie weitere Luftbrückenfreunde gemeinsam eine DC-3 mit drei Tonnen guter
Heidekartoffeln beladen, so wollen auch sie an die Leistungen von damals erinnern und benachteiligten Menschen heute in Berlin Gutes tun. Nach dem Überflug „Airlift70” vieler „Rosinenbomber” am 15. und 16. Juni 2019 von Faßberg nach Berlin werden die Kartoffeln zu den Ausgabestellen der Berliner
Tafel in Spandau, am Falkenhagener Feld, in der Wilhelmstadt und in Staaken, gebracht.