Benutzung von Feuerschalen und Feuerkörben

Der Betrieb von Feuerschalen und Feuerkörben im eigenen Garten richtet sich nach Regeln, die aus dem Immissionsschutzrecht und dem Nachbarschaftsrecht stammen. Darüber hinaus sind auch Belange des Brandschutzes und - zur eigenen Sicherheit - der Unfallverhütung zu beachten. Die wesentlichen Punkte, deren Befolgung einen allseitig störungsfreien Betrieb einer solchen Feuerstelle möglich machen sollte, haben wir an dieser Stelle zusammengefasst.

  1. Die Verwendung handelsüblicher Feuerschalen und Feuerkörbe, die einen Durchmesser von einem Meter und eine maximale Höhe von ca. 80 cm nicht überschreiten, ist im Rahmen des Immissionsschutzgesetzes im eigenen Garten nicht genehmigungspflichtig. Hierbei wird darauf abgestellt, dass solche Feuer zum Zweck der Gemütlichkeit oder als Wärmefeuer angelegt werden.

  2. Feuerschalen und Feuerkörbe dürfen nur im Freien, d.h. an nicht überdachten Stellen, betrieben werden. Beim Betrieb ist ein ausreichender Sicherheitsabstand zu Wohngebäuden insbes. der Nachbarschaft, Schuppen, Carports usw., sowie brennbaren Gewächsen und Gegenständen einzuhalten. Es sollte auf einen festen Stand des Feuerbehälters und auf einen feuerfesten Untergrund geachtet werden.

  3. Es kann sinnvoll sein, den vorgesehenen Brandplatz mit den Nachbarn abzustimmen und diese jeweils vorab über den geplanten Betrieb zu informieren. Rauchentwicklung und Funkenflug können u.U. Schadenersatzansprüche und nachbarschaftsrechtliche Streitigkeiten nach sich ziehen. Rücksicht auf die Nachbarschaft ist unbedingt erforderlich und im Bereich des Privatrechts gesetzlich vorgeschrieben. Mieter brauchen ggf. eine Zustimmung ihres Vermieters.

  4. Die Häufigkeit der Benutzung von Feuerschalen und Feuerkörben kann ein entscheidendes Kriterium für die Toleranz der Nachbarschaft sein. Wird hierauf keine Rücksicht genommen, könnten gerichtliche Entscheidungen den Betrieb empfindlich einschränken oder gar ganz verbieten.

  5. Bei starkem Wind sollte wegen des erhöhten Funkenflugs auf den Betrieb von Feuerschalen und Feuerkörben verzichtet werden.

  6. Spätestens ab Waldbrandstufe IV sollte auf offene Feuer generell verzichtet werden, bei Waldbrandstufe V ist der Betrieb von offenen Feuerstellen jeder Art im Freien verboten. Besondere Vorsicht gilt hier für die Besitzer von Grundstücken in unmittelbarer Waldesnähe.

  7. Als Brennmaterial sollten nur naturbelassenes trockenes Holz oder Holzbriketts Verwendung finden. Jede Abfallverbrennung, auch die Verbrennung von Gartenabfällen, Bauholz usw. ist nach abfallrechtlichen Vorschriften streng verboten!

  8. Zur eigenen Sicherheit sollte das Feuer nur mittels Holzspänen oder Grill- und Kohleanzündern, niemals jedoch mit flüssigen Brennstoffen angefeuert werden.

  9. Das Feuer, die Rauchentwicklung und der Funkenflug sind stets durchgängig zu beobachten. Rauchentwicklung und Funkenflug auf Nachbargrundstücke sind nicht zulässig und jederzeit sofort zu unterbinden. Notfalls ist das Feuer zu löschen.

  10. Löschmittel, wie z.B. Wasser oder Sand sollten in ausreichender Menge und guter Erreichbarkeit zu Verfügung stehen.

  11. Kinder und Haustiere bedürfen der besonderen Aufsicht im Zusammenhang mit offenem Feuer. Auch bei Erwachsenen kann Alkoholgenuss die Fähigkeit herabsetzen, verantwortlich mit dem Feuer umzugehen.

  12. Nach der Verwendung der Feuerschale oder des Feuerkorbes ist das Feuer vollständig abzulöschen.

Stand: 07/2020