Wasser marsch?

Verantwortungsvoller Umgang mit der Ressource Wasser – auch Sie können Ihren Beitrag leisten

24.08.2022

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

wie in den Medien schon vielfach geschehen, möchten auch wir als Gemeindeverwaltung auf die Wasserknappheit hinweisen und jeden Einzelnen von Ihnen bitten, sich mit diesem doch sehr ernsten Thema kritisch auseinanderzusetzen.

Aufgrund der derzeitigen, langanhaltenden und teils extrem hohen Temperaturen erleben wir eine große und für hiesige Verhältnisse ungewöhnliche Trockenheit. Damit verbunden ist zwangsweise ein höherer Wasserverbrauch, der sich natürlich auch auf den Wasserhaushalt insgesamt auswirkt. Sichtbares Zeichen sind austrocknende Stillgewässer oder niedrige Pegelstände und mitunter sogar Trockenfallen der Fließgewässer. Aber auch der Grundwasserspiegel sinkt messbar. Da derartige Trockenperioden in den letzten Jahren gehäuft auftraten, wird die Auswirkung größer und die Regeneration schwieriger. Auch deshalb ruft nicht nur der Landkreis Celle als zuständige Wasser- und Bodenbehörde zum Wassersparen auf.

Um dem durch die anhaltende Trockenheit und den fehlenden Niederschlag extrem ausgetrockneten Boden entgegenzuwirken, nutzen viele für ihre private Gartenbewässerung das Wasser aus der Leitung oder aus privaten Brunnen. Beide Arten der Wasserentnahme erfolgen letztlich aus dem Grundwasser und verstärken die geschilderten Folgen.

Was manch einem Haus- oder Gartenbesitzer vielleicht nicht so präsent ist: Der Wasserverbrauch für Rasensprengen oder Beetbewässerung ist immens. Während eine Person im Durchschnitt rund 115 Liter Wasser pro Tag nutzt, verbraucht ein Rasensprenger 800 Liter Wasser bereits in der Stunde. Während Landwirte für die Bewirtschaftung und Beregnung ihrer Ackerflächen immer strengeren Regularien unterworfen sind und deshalb äußerst sparsam die Beregnung ihrer Felder planen müssen, ist der Wasserverbrauch in Gärten einzig vom Ermessen und der verantwortungsvollen Entscheidung des Eigentümers abhängig. Und das, obwohl der Landwirt für uns Nahrung produziert, unser Ziergarten hingegen nur dem persönlichen Ästhetikanspruch dient.

Vor diesem Hintergrund möchte ich Sie bitten, sich vor jedem Gießen, Bewässern oder Sprengen zu überlegen, ob dies jetzt gerade wirklich nötig ist. Auf Rasensprengen sollte möglichst ganz verzichtet werden. Auch ein vertrockneter oder verbrannter Rasen wird sich nach dem Ende einer Trockenperiode wieder erholen. Sollte eine Bewässerung notwendig sein, führen Sie diese bitte nur in den frühen Morgen- oder in den späten Abendstunden durch, denn die hohen Temperaturen tagsüber führen dazu, dass eine große Menge des verwendeten Wassers ohne Wirkung für die Pflanzen verdunstet.

Um die Trinkwasserversorgung zu gewährleisten, gelten vielerorts bereits sogenannte "Wasserentnahmeverbote". Um weitere erforderliche Einschränkungen möglichst zu vermeiden, sollte jeder Einzelne sorgsam und verantwortungsbewusst mit unseren Wasserressourcen umgehen. Ein gesunder Wasserhaushalt ist auch für unsere Wälder und unsere Pflanzen- und Tierwelt von enormer Wichtigkeit. Schließlich sollen sich auch unsere Kinder noch an einer schönen Natur erfreuen können – und nicht nur an künstlich angelegten Park- und Gartenanlagen.

Und wenn Sie unsere Freiwillige Feuerwehr beim Beregnen der Grünanlagen beobachten, erfolgt dieses ausschließlich aus Löschwasserbrunnen. Dies erfolgt gemäß Absprache mit der Gemeindeverwaltung und dient der Überprüfung und Wartung der Löschwasserentnahmestellen sowie der Inübunghaltung der Feuerwehrkameradinnen und -kameraden, damit in einem Ernstfall die notwendige Hilfe nicht zu spät kommt.

 

Bitte beachten Sie deshalb z.B. nachstehende Tipps:

-       Gartenbewässerung bitte nur, wenn es unbedingt notwendig ist, gezielt und sparsam. Am besten mit der Gießkanne und mit Wasser aus der Regentonne oder mit einem Tropfrohrsystem.

-       Regenwasser von Dächern und versiegelten Flächen sollte aufgefangen und für die Gartenbewässerung zur richtigen Tageszeit genutzt werden. Dies minimiert die Verdunstung auf dem Boden.

-       Bitte überlegen Sie genau, ob der eigene Pool wirklich neu befüllt werden muss oder ob nicht die Nutzbarkeit des eingefüllten Wassers durch Kontrollieren und Behandeln verlängert werden kann. Oder besuchen Sie doch mal wieder unser Waldschwimmbad Herrenbrücke.

-       Für den Garten sollten zukünftig bevorzugt Pflanzen ausgewählt werden, die auch trockene Perioden gut vertragen.

-       Statt versiegelter Flächen sollten geschlossene Pflanzflächen im Garten angelegt werden. Sie können auch mit Mulch der Verdunstung auf freien Flächen zwischen den Pflanzen entgegenwirken. Jede Versiegelung beeinträchtigt den Wasserhaushalt negativ.

Lassen Sie uns gemeinsam der Wasserknappheit entgegenwirken. Auch Sie können mit Ihrem Verhalten dazu beitragen und denken Sie auch an morgen. Vielen Dank.

 

Ihre Bürgermeisterin

Kerstin Speder